Wieder Euro-Falschgeld in Socke gefunden

 

Basler Grenzwächter haben erneut falsche Euro-Noten sichergestellt. Kriminelle bringen Blüten offenbar gezielt in der Schweiz in Umlauf, weil sie hier schlechter erkannt werden.

            

 

Beim Grenzübergang Basel-Lysbüchel haben Schweizer Grenzwächter am Montag ein Auto mit französischen Nummernschildern angehalten, das die Schweiz Richtung Frankreich verlassen wollte. Im Autos sassen vier Männer zwischen 36 und 41 Jahren. Einer von ihnen konnte sich nicht ausweisen, worauf er für weitere Kontrollen auf den Grenzposten gebracht wurde.

Bei der Durchsuchung seiner Kleider stiessen die Beamten auf eine 500-Euro-Banknote. In einer seiner Socken fanden sie daraufhin weitere Euro-Noten. Es stellte sich heraus, dass es sich bei sämtlichen Geldscheinen um Blüten handelte.

Insgesamt wurden gefälschte Noten im Wert von 6100 Euro sichergestellt, wie das Grenzwachtkorps am Donnerstag mitteilte. Den Grenzwächtern sagte der Mann, er habe das Falschgeld von einem Kollegen erhalten. Der Mann, ein 36-jähriger Türke, der sich illegal in der Schweiz aufgehalten hatte, wurde der Kantonspolizei Basel-Stadt übergeben und ist nun in Haft.

 

«Schweizer erkennen Euro-Blüten schlechter»

 

Bereits am Sonntag hatte die Grenzwache im Bahnhof Basel SBB bei einem Tunesier (31) falsche Euro-Noten sichergestellt. Diese Fälschungen wiesen jedoch eine bessere Qualität auf als jene, die beim Türken gefunden worden waren.

Auch der Tunesier hatte eine Socke als Versteck für die Noten gewählt – er trug sie jedoch nicht am Fuss, sondern hatte sie in seiner Unterwäsche versteckt. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen schliesse man aus, sagt Patrick Gantenbein, Sprecher der Grenzwachtregion Basel. «Dafür ist die Qualität der Noten zu unterschiedlich.» Das Grenzwachtkorps Basel hat innerhalb einer Woche insgesamt 8000 Euro Falschgeld sichergestellt. Dies sei seit vielen Jahren die grösste Menge an ausländischem Falschgeld.

 

Europaweit mehr Falschgeld im Umlauf

 

Möglicherweise sei dies kein Zufall, so Gantenbein. «Es ist denkbar, dass die Täter Euro-Falschgeld gezielt in einer Grenzregion wie Basel in Umlauf bringen. Denn hier werden Euros fast überall als Zahlungsmittel akzeptiert, doch weil es sich nicht um die Landeswährung handelt, erkennen Schweizer die Blüten weniger gut als die Bewohner der EU-Staaten.» Diesen Umstand würden die Kriminellen möglicherweise ausnützen.

Dem tunesischen Täter war dies gelungen: Vor seiner Festnahme hatte er seine gefälschten 50-Euro-Noten in zwei Geschäften im Bahnhof in Umlauf gebracht, erst im dritten Laden wurde die Fälschung erkannt und die Polizei alarmiert.

Generell ist in Europa immer häufiger Falschgeld im Umlauf:  Polizei, Handel und Banken zogen 670'000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr, wie die Europäische Zentralbank Anfang dieser Woche mitteilte. Dies waren rund 26 Prozent mehr als 2012. Bei der Mehrheit der Blüten handelte es sich um 20-Euro- und 50-Euro-Noten.

 

Quelle: 20min.ch

 

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